GOÄ-Nr. LeistungAusschlüsseFaktor/Betrag in €
100Todesfestellung1-8, 70, 801,00 = 14,57 €
2,3 = 33,52 €
3,5 = 51,00 €

GOÄ 100 – Häufige Fragen und Abrechnungstipps
zur Vermeidung von Honorarverlusten

Die GOÄ 100 bedeutet eine Untersuchung eines Toten – einschließlich Feststellung des Todes und Ausstellung des Leichenschauscheines. GOÄ 100: Immer wieder kommt es zu Fragen, wie die Todesfeststellung korrekt abgerechnet wird.

Ärzte sind nach dem Gesetz verpflichtet die Leichenschau nach GOÄ 100 durchführen.

Es werden keine Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Auch die privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen keine Kosten für eine Leichenschau. Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnung für Ärzte. Die Rechnung geht an die Angehörigen bzw. Erben des Verstorbenen.

  • Untersuchung eines Toten einschließlich der Feststellung des Todes
  • Diagnose
  • Ausstellung des Leichenschauscheins
  • GOÄ 100 (Steigerung bis zum 3,5 fachen Satz möglich)
  • In Ausnahmefällen siehe Frage unten die GOÄ 50 – Zuschläge E-J und K2 ansetzbar (bei gesetzlich Krankenversicherten geht der Besuch zu Lasten der GKV)
  • eventuell GOÄ 4 siehe Frage unten –  gegebenenfalls sind bei der GOÄ 4 die Zuschläge A bis D und K1 ansetzbar
  • eventuell GOÄ 56 (Verweilgebühr) – wenn Arzt Angehörigen nichtmedizinische Fragen beantwortet
  • eventuell Formularkosten  nach § 10 Abs. 1 GOÄ , wenn dem Arzt das Leichenschauformular nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde – circa 3 €
Nach § 8 GOÄ: Wegegeld (Weg: Arztpraxis/Wohnung des Arztes zum Patienten)

bis 2 km = 3,58 €
bei Nacht zwischen 20.00 Uhr und 8.00 Uhr = 7,16 €

2 bis 5 km = 6,65 €
bei Nacht zwsichen 20.00 Uhr und 8.00 Uhr = 10,23 €

5 bis 10 km = 10,23 €
bei Nacht zwischen 20.00 Uhr und 8.00 Uhr = 15,34 €

10 bis 25 km = 15,34 €
bei Nacht zwischen 20.00 Uhr und 8.00 Uhr = 25,56 €

Sollte ein Besuch zwischen der Praxis/Wohnort des Arztes zum Patienten mehr als 25 km betragen wird anstelle des Wegegeldes eine Reiseentschädigung nach § 9 GOÄ angewendet. Die Reiseentschädigung für den Arzt beträgt 0,26 € pro gefahrenen Kilometer (Hin- und zurück). Bei einer zusätzlichen Abwesenheit wird dies bei bis zu 8 Stunden mit 51,13 € und bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit mit 102,26 € vergütet.

Sobald es sich um einen schwierigen Fall handelt, kann die GOÄ 100 bis zum 3,5 fachen Satz gesteigert werden.

GOÄ 100 neben 50 sind nur in Ausnahmefällen möglich. Die GOÄ 50 beinhaltet, dass der Patient lebend untersucht und beraten werden kann. Dies ist bei einer Leichenschau (Ziffer 100 GOÄ) nicht der Fall.

1 Ausnahme: Nur wenn der Patient beim Eintreffen des Arztes wirklich noch lebte, so ist die GOÄ 50 neben der Ziffer 100 GOÄ ansetzbar und damit zu begründen.
2 Ausnahme: Sollten Angehörige den Arzt bei einem lebenden /sterbenden Patienten kontaktiert haben, so ist die GOÄ 50 mit dieser Begründung neben der GOÄ Ziffer 100 abrechenbar. Der Patient darf zu diesem Augenblick aber noch nicht verstorben sein.

Bei gesetzlich Versicherten ist der Besuch in Ausnahmefällen nach EBM abzurechnen. Gegebenenfalls können für diese Ausnahmefälle Zuschläge für den Besuch abgerechnet werden.

Das geht nur in Ausnahmefällen. Einige Ärzte rechnen für die Leichenschau nach GOÄ 100 am Wochenende oder in der Nacht Zuschläge ab. Das ist nicht möglich, weil sich die Zuschläge E-J und K2 auf die Besuchsziffern oder Leistungen nach GOÄ 45 bis GOÄ 62 beziehen. Auch die Zuschläge A-D und K1 sind nur bei den Beratungs- und Untersuchungsziffern GOÄ 1 und GOÄ 3 bis GOÄ 8 berechenbar.

Eventuell kann die GOÄ 4 analog neben der Ziffer 100 GOÄ angesetzt werden. Diese bedeutet dann Klärung der Todesumstände. Dabei ist auch eine Steigerung bis zum 3,5 fachen Satz erlaubt. Die GOÄ 4 kann vor allem dann neben der GOÄ Ziffer 100 angesetzt werden, wenn es sich nicht um einen bekannten Patienten des Arztes handelt. Die GOÄ 4 könnte auch dann angesetzt werden, wenn der tote Patient vor ein paar Tagen bei ihm in der Praxis war und es keinen Hinweis auf einen plötzlichen Tod gab.  Wenn der Arzt eigene Palliativpatienten hat, so kommt die GOÄ 4  neben der GOÄ Ziffer 100 nicht in Frage.

Das ist nicht möglich, weil die Ausstellung des Leichenschauscheins in der GOÄ Ziffer 100 beinhaltet ist.

Das ist nicht möglich, weil in der Regel bei dem öffentlichen Rettungsdienst nur eine unvollständige Leichenschau gemacht wird. Die ärztlichen Leistungen sind in dem Fall gesondert berechnungsfähig.

Anstatt der Ziffer 100 GOÄ: Anzusetzen ist dann die GOÄ 7 (Untersuchung) und GOÄ 70 für die Ausstellung eines vorläufigen Leichenscheins.

Auch wenn die Verärgerung über die geringe Vergütung bei der GOÄ Ziffer 100 berechtigt ist, so darf aufgrund der beruflichen Leistung des Arztes keine Pauschalpreise vereinbart werden.

Die Rechnung kann an nächste Verwandte bzw. an die Erben gehen. Ebenfalls möglich ist die Rechnung an das Bestattungsinstitut zu senden. Diese rechnet die Kosten dann mit den Angehörigen ab. Auch hier muss der Rechnungsempfänger ein Angehöriger oder Erbe sein. Die Adresse des Rechnungsempfängers sollte bei der Leichenschau oder beim Bestatter erfragt werden. Sollte es unklar sein, so kann bei dem Nachlassgericht der jeweiligen Stadt auch eine Erbenermittlung erfolgen. Die Erbenermittlung ist mit schriftlichem Aufwand verbunden, dafür ist die Auskunft aber kostenfrei.

Das ist nicht möglich. Ohne diesen Schein kann der Leichnam nicht überführt werden. Sollten dem Bestatter dadurch zusätzliche Kosten entstehen, ist es ihm erlaubt die Kosten vom Arzt erstattet zu bekommen.

Es ist ein sehr sensibles Thema. Sollten gerade da Abrechnungsfehler gemacht werden, kann dies ein besonders ungünstiges Licht auf den Arzt werfen. Dies kann dann als Betrug ausgelegt werden oder auch ein Ärzteskandal werden.


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