GOÄ 4

/GOÄ 4
GOÄ 42016-11-10T21:27:56+00:00
GOÄ-Nr. LeistungAusschlüsseFaktor/Betrag in €
4Erhebung der Fremdanamnese, Unterweisung Bezugsperson3, 15 ,21, 25, 26, 30, 31, 34, 45, 46, 435, 448, 449, 801, 806, 807, 816, 817, 8351,0 = 12,82 €
2,3 = 29,49 €
3,5 = 44,88 €

GOÄ 4 – Häufige Fragen und Abrechnungstipps
zur Vermeidung von Honorarverlusten

Die GOÄ 4 bedeutet die Erhebung einer Fremdanamnese. Die GOÄ  4 wird abgerechnet, wenn eine Fremdanamnese über einen Kranken erhoben wird. Dies ist zusätzlich als Unterweisung und Führung einer Bezugsperson möglich. Es muss im Zusammenhang mit der Behandlung des Kranken stehen.

Die GOÄ Ziffer 4 ist einmal pro Behandlungsfall abrechenbar. Einmal pro Behandlungsfall bedeutet, dass die Ziffer 4 GOÄ einmal monatlich abgerechnet werden kann.

Aber: Wenn zwei verschiedene Erkrankungen im gleichen Monat auftreten, so kann die Ziffer 4 GOÄ  entsprechend auch zweimal abgerechnet werden.

Bezugspersonen sind Verwandte, Ehepartner, Nachbarn oder auch Pflegepersonal welches in Altenheimen beschäftigt sind.

Ja, dies ist möglich.

Ausnahme: Die GOÄ 1 und 4 sind nicht nebeneinander berechenbar, wenn sich sämtliche Legenden und Bestandteile der beiden Ziffern an ein und dieselbe Person richten. Dies ist der Fall bei einer Mutter und ihrem Kleinkind. Auch bei einem Betreuer und seinem kommunikationsgestörten Patienten ist dies der Fall.

Es gibt keine zeitliche Vorgabe für die Ziffer 4 GOÄ. Da die GOÄ 4 Ziffer allerdings mehr Punkte als die GOÄ 3 hat, kann man davon ausgehen, dass ein über 10 minütiges Gespräch angemessen ist. Dies sollte auch dokumentiert werden.

Einige Krankenversicherungen sagen, dass die Ziffer 4 GOÄ nur bei schwerwiegenden Erkrankungen angesetzt werden kann. Nach der Legende der GOÄ 4 ist solch ein Hinweis nicht eingetragen. Bei der GOÄ 4 kann man davon ausgehen, dass aufgrund der Hinzuziehung eines Dritten der Patient eine eher schwierige und aufwendigere Erkrankung hat.

Insgesamt kann man sagen, dass die GOÄ Ziffer 4 nur mit Maß und mit einem erhöhten Schwierigkeitsgrad angesetzt werden sollte. Einen hohen Schwierigkeitsgrad findet man bei Patienten die bewusstseinsgestört sind, bei behinderten Kindern und bei Patienten, die einen schweren Unfall hatten. Die Anamnese und Besprechung der Erkrankung  z.B. mit Angehörigen kann dann aufwendig und schwierig sein. Bei dieser Ziffer wird dieser Aufwand ensprechend honoriert.

Abrechnungstipp: Sollte es einmal ein Erstattungsproblem aufgrund der GOÄ Ziffer 4  geben, so sollten Sie bei einem einfacheren Krankheitsbild nach aktueller Rechtslage auf diese Ziffer verzichteten. Auch sollte die Ziffer 4 GOÄ bei Erkrankungen nur angesetzt werden, wenn ein überdurchschnittlicher Aufwand bei der Beratung der Bezugsperson nötig wird. Dokumentieren Sie deshalb, dass sich der überdurchschnittliche Zeitaufwand aufgrund der „Führung und Unterweisung“ von einer einfacheren Beratung unterscheidet.

Nicht ansetzen: Das Landgericht Karlsruhe (Urteil vom 14.03.2001, Az: 1 S 90/98) sah „einfachere“ Erkrankungen wie z.B. Erkältungen, einen Abszess, Gastroenteritis, Still- und Ernährungsberatung, eine Impfung und auch Sichelfüße als solche an.

Ansetzen: Relativ eindeutig ist die Abrechnung der Ziffer 4 GOÄ z.B. bei folgenden Erkrankungen: Systemerkrankungen, Asthma, Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen, Malignomen und schweren Infektionen.

Nein, es reicht schon eine Sitzung um die Ziffer 4 GOÄ abrechnen zu können.

Die GOÄ Ziffer 4 darf nicht neben einer Visite oder Zweitvisite abgerechnet werden.


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