GOÄ-Nr. LeistungAusschlüsseFaktor/Betrag
in €
1Beratung – auch mittels Fernsprecher2, 3, 21-31, 33-51, 435, 448, 449, 804-812, 817, 835, 849, 861-864, 70, 871, 886, 887, K1, K21,0 = 4,66 €
2,3 = 10,72 €
3,5 = 16,32 €

GOÄ Ziffer 1 – Häufige Fragen und Abrechnungstipps
zur Vermeidung von Honorarverlusten

Die GOÄ Ziffer 1 bedeutet eine Beratung – auch mittels Fernsprecher. Die GOÄ Ziffer 1 wird abgerechnet, wenn ein Gespräch mit dem Patienten unter 10 Minuten andauert. Dieses Gespräch kann persönlich aber auch mittels Fernsprecher durchgeführt werden.

Die Leistungen der Nrn. GOÄ 1 und/oder 5 sind neben Leistungen nach den Abschnitten C bis O im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig. Derselbe Behandlungsfall und damit die Möglichkeit, die Ziffer erneut anzusetzen, beginnt bei derselben Erkrankung nämlich am Folgetag des Folgemonats von neuem. Beispiel: Die GOÄ Ziffer 1 wird am 08.08.2022 abgerechnet. Erst am 09.09.2022 darf die GOÄ Ziffer 1 für diesen Behandlungsfall wieder angewendet werden. Sollten aber keine Leistungen ab Abschnitt „C“ hinzukommen, so dürfen die GOÄ 1 und GOÄ 5 gemeinsam berechnet werden, so oft sie vorkommen.

Wenn ein Patient am selben Tag zweimal aufgrund verschiedener Anliegen erscheint, so kann die GOÄ Ziffer 1 auch zweimal berechnet werden. Bei dem zweiten Besuch muss neben der Angabe der Diagnose auch unbedingt die Uhrzeit eingetragen werden.

Sobald Sie eine neue Diagnose feststellen, können Sie die GOÄ-Ziffer 1 erneut abrechnen. Auch wenn Sie die Ziffer schon einmal im Kalendermonat abgerechnet haben. Beispiel: 05.08.2022 Diagnose: Sinusitis, 08.08.2022 Diagnose: Gastritis – An beiden Tagen kann die GOÄ Ziffer 1 abgerechnet werden. Wichtig: An dem zweiten Datum muss als Begründung eingetragen werden: neue Diagnose: Gastritis – Beide Diagnosen dürfen in keinem Zusammenhang mit derselben Erkrankung stehen.

1. Behandlungsfall: 05.08.2022 wegen Diagnose Sinusitis. Erst ab dem 06.09.2022 darf die Ziffer wieder aufgrund der Sinusitis abgerechnet werden.
2. Behandlungsfall 08.08.2022 wegen der Diagnose Gastritis. Auch hier darf die GOÄ Ziffer 1 aufgrund der Diagnose Gastritis erst wieder ab dem 09.09.2022 abgerechnet werden kann. Genauso kann auch ein dritter oder vierter Behandlungsfall entstehen.

Ja, wenn Sie dies auch in Form von einem höheren Zeitaufwand begründen. Die GOÄ Ziffer 3 ist oftmals nicht neben anderen Leistungen abrechenbar.

Abrechnungstipp: Anstatt auf ein höheres Honorar zu verzichten, macht es Sinn die GOÄ Ziffer 1 bis zu dem Faktor 3,5 zu steigern und zu begründen.

  • Nein, dies ist nicht möglich, da die GOÄ 1 und 3 beides Beratungsziffern sind.
  • Ja, dies ist möglich. Ausnahme: Die GOÄ 1 und 4 sind nicht nebeneinander abrechenbar, wenn sich sämtliche Legenden und Bestandteile der beiden Ziffern an ein und dieselbe Person richten. Der Fall ist dies bei einem Vater und seinem Kleinkind. Auch bei einem kommunikationsgestörten Patienten und seinem Betreuer ist das der Fall.
  • Die GOÄ 1 und 5 sind nebeneinander abrechenbar.
  • Die GOÄ 1 und 6 sind zusammen abrechenbar.
  • Die GOÄ 1 und 7 sind nebeneinander berechenbar.
  • Die GOÄ 1 und 2 dürfen nicht nebeneinander abgerechnet werden.
Die Ziffer 1 GOÄ ist nur einmal im Behandlungsfall neben Sonderleistungen abrechenbar. Die Beratung ist als Leistung allein oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung berechnungsfähig.

An sich verstößt die Beratung per E-Mail gegen das Fernbehandlungsverbot. Dennoch gibt es Ausnahmen. Sollte der Patient eine Beantwortung per E-Mail ausdrücklich wünschen, so spricht nichts dagegen. Sollten Sie unsicher sein, so können Sie den Patienten um eine telefonische Kontaktaufnahme bitten. In Ihrer E-Mail können Sie auch grundsätzlich vermerken, dass bei Unklarheiten eine telefonische Kontaktaufnahme zu den gewohnten Sprechzeiten möglich ist.

Die Beratung dürfen Sie aber nicht abrechnen, wenn der Patient lediglich den Befund übermittelt haben möchte oder es um eine Terminvereinbarung geht. Sollte es sich aber um eine Beratung handeln, so können Sie entweder die Ziffer 1 GOÄ oder GOÄ 3 ansetzen. Dasselbe gilt auch für Kassenpatienten, wobei Sie dann die EBM anwenden müssen.

Die Beratung darf nicht neben einem Hausbesuch / Krankenhausbesuch abgerechnet werden.

Abrechnungstipp: Sollte aber eine sehr lange Beratung vorliegen, so dürfen Sie den Hausbesuch (GOÄ Ziffer 50) steigern.
Wird wegen einem Ausschluss  auf eine niedrigere bewertete Beratung ausgewichen, so lässt sich der angesetzte höhere Faktor gemäß § 5 Abs. 2 GOÄ mit dem Hinweis „hoher Zeitaufwand” begründen.

Die GOÄ 1 darf weder anstelle oder neben einer Visite (GOÄ 45) oder Zweitvisite (GOÄ 46) abgerechnet werden.

Hier geht es zur Übersicht zu den GOÄ-Ziffern

 GOÄ Ziffer 1


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