GOÄ Ziffer 1

/GOÄ Ziffer 1
GOÄ Ziffer 12016-11-10T20:27:37+00:00
GOÄ-Nr. LeistungAusschlüsseFaktor/Betrag
in €
1Beratung – auch mittels Fernsprecher2, 3, 21-31, 33-51, 435, 448, 449, 804-812, 817, 835, 849, 861-864, 70, 871, 886, 887, K1, K21,0 = 4,66 €
2,3 = 10,72 €
3,5 = 16,32 €

GOÄ Ziffer 1 – Häufige Fragen und Abrechnungstipps
zur Vermeidung von Honorarverlusten

Die GOÄ Ziffer 1 bedeutet eine Beratung – auch mittels Fernsprecher. Die GOÄ Ziffer 1 wird abgerechnet, wenn ein Gespräch mit dem Patienten unter 10 Minuten andauert. Dieses Gespräch kann persönlich aber auch mittels Fernsprecher durchgeführt werden.

Die Leistungen der Nrn. GOÄ 1 und/oder 5 sind neben Leistungen nach den Abschnitten C bis O im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig. Ein Behandlungsfall entspricht einem Kalendermonat. Beispiel: Die GOÄ Ziffer 1 wird am 08.05.2016 abgerechnet. Erst am 09.06.2016 darf die GOÄ Ziffer 1 wieder angewendet werden.

Wenn ein Patient am selben Tag zweimal erscheint aufgrund verschiedener Anliegen, so kann die GOÄ Ziffer 1 auch zweimal berechnet werden. Bei dem zweiten Besuch muss neben der Angabe der Diagnose auch unbedingt die Uhrzeit eingetragen werden.

Sobald eine neue Diagnose festgestellt wird, kann die GOÄ-Ziffer 1 erneut abgerechnet werden. Auch wenn die Ziffer schon einmal im Kalendermonat abgerechnet worden ist. Beispiel: 08.05.2016 Diagnose: Sinusitis, 10.05.2016 Diagnose: Gastritis – An beiden Tagen kann die GOÄ Ziffer 1 abgerechnet werden. Wichtig: An dem zweiten Datum muss als Begründung eingetragen werden: Neue Diagnose: Zephalgie – Beide Diagnosen dürfen in keinem Zusammenhang mit derselben Erkrankung stehen. 1. Behandlungsfall: 08.05.2016 wegen Diagnose Sinusitis. Erst am 09.06.2016 darf die GOÄ 1 wieder aufgrund der Sinusitis abgerechnet werden. 2. Behandlungsfall 10.05.2016 wegen der Diagnose Gastritis. Erst am 11.06.2016 darf die GOÄ Ziffer 1 wieder aufgrund der Diagnose Gastritis abgerechnet werden. Genauso kann auch ein dritter oder vierter Behandlungsfall entstehen. Wichtig ist, dass immer 30 Tage dazwischen liegen, bevor die GOÄ 1 bei der jeweiligen Diagnose angesetzt wird.

Ja, wenn dies auch in Form von einem höheren Zeitaufwand begründet wird. Die GOÄ Ziffer 3 ist oftmals nicht neben anderen Leistungen abrechenbar.

Abrechnungstipp: Anstatt auf ein höheres Honorar zu verzichten, macht es Sinn die GOÄ Ziffer 1 bis zu dem Faktor 3,5 zu steigern und zu begründen.

  • Nein, dies ist nicht möglich, da die GOÄ 1 und 3 beides Beratungsziffern sind.
  • Ja, dies ist möglich. Ausnahme: Die GOÄ 1 und 4 sind nicht nebeneinander abrechenbar, wenn sich sämtliche Legenden und Bestandteile der beiden Ziffern an ein und dieselbe Person richten. Der Fall ist dies bei einem Vater und seinem Kleinkind. Auch bei einem kommunikationsgestörten Patienten und seinem Betreuer ist das der Fall.
  • Die GOÄ 1 und 5 sind nebeneinander abrechenbar.
  • Die GOÄ 1 und 6 sind zusammen abrechenbar.
  • Die GOÄ 1 und 7 sind nebeneinander berechenbar.
  • Die GOÄ 1 und 2 dürfen nicht nebeneinander abgerechnet werden.
Die Ziffer 1 GOÄ ist nur einmal im Behandlungsfall neben Sonderleistungen abrechenbar. Die Beratung ist als Leistung allein oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung berechnungsfähig.

An sich verstößt die Beratung per E-Mail gegen das Fernbehandlungsverbot. Dennoch gibt es Ausnahmen. Sollte der Patient eine Beantwortung per E-Mail ausdrücklich wünschen, so spricht nichts dagegen. Sollten Sie unsicher sein, so können Sie den Patienten um eine telefonische Kontaktaufnahme bitten. In Ihrer E-Mail können Sie auch grundsätzlich vermerken, dass bei Unklarheiten eine telefonische Kontaktaufnahme zu den gewohnten Sprechzeiten möglich ist. Die Beratung dürfen Sie aber nicht abrechnen, wenn der Patient lediglich den Befund übermittelt haben möchte oder einen Termin ausmachen will. Sollte es sich aber um eine Beratung handeln, so können Sie entweder die Ziffer 1 GOÄ oder GOÄ 3 ansetzen. Dasselbe gilt auch für Kassenpatienten, wobei dann die EBM genutzt werden muss.

Die Beratung darf nicht neben einem Hausbesuch / Krankenhausbesuch abgerechnet werden.

Abrechnungstipp: Sollte aber eine sehr lange Beratung vorliegen, so darf der Hausbesuch (GOÄ Ziffer 50) gesteigert werden.
Wird wegen einem Ausschluss  auf eine niedrigere bewertete Beratung ausgewichen, so lässt sich der angesetzte höhere Faktor gemäß § 5 Abs. 2 GOÄ mit dem Hinweis „hoher Zeitaufwand” begründen.

Die GOÄ 1 darf weder anstelle oder neben einer Visite (GOÄ 45) oder Zweitvisite (GOÄ 46) abgerechnet werden.


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