GOÄ-Nr. LeistungAusschlüsseFaktor/Betrag in €
410Ultraschalluntersuchung eines Organs405, 406, 412, 413, 415, 417, 418, 4351,0 = 11,66 €
2,3 = 26,81 €
3,5 = 40,80 €

GOÄ 410 – Häufige Fragen und Abrechnungstipps
zur Vermeidung von Honorarverlusten

Die GOÄ 410 bedeutet eine Ultraschalluntersuchung eines Organs. Sobald die GOÄ 410 abgerechnet wird, muss das zu untersuchende Organ in der Rechnung angegeben werden.

Die Ultraschalluntersuchung nach GOÄ 410 darf einmal pro Sitzung abgerechnet werden.

Im Gegensatz zur EBM müssen Sie solch einen Nachweis bezüglich der Abrechnungsfähigkeit von Ultraschalluntersuchungen nicht erbringen.

  • Erlaubt sind zur Dokumentation mehrere Organe auf einem Bild
  • Mindestens eine Aufnahme muss zur Dokumentation erstellt werden
  • Im Gegensatz zur EBM müssen Sie nicht jeden auffälligen Organbefund dokumentieren.
  • Sie dürfen den schriftlichen Befund nicht gesondert berechnen.
  • Nach dem Berufs- und Weiterbildungsrecht ist eine ärztliche Qualifikation notwendig.

Das geht nicht. Die GOÄ 417 (Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse) ist aber höher bewertet als die GOÄ 410. Weitere Ultraschalle können mit der GOÄ 420 berechnet werden. Sollte die Schilddrüse neben weiteren Organen geschallt werden, so macht es eventuell Sinn den Patienten an zwei Tagen zu bestellen. Andernfalls ersetzt die GOÄ 417 die GOÄ 410. Sollte bei der Ultraschalluntersuchung eine Farbdopplertechnik angewendet werden, so ist die GOÄ 401 berechenbar. Sollten Halslymphknoten geschallt werden, so kann die GOÄ 420 zusätzlich angesetzt werden.

Das geht leider nicht. Da die GOÄ 418 (Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse) aber einen höheren Geldwert hat, macht es Sinn, diese anstatt der GOÄ 410 anzusetzen. Sobald noch mehr Organe geschallt werden, kann die GOÄ 420 angesetzt werden.

Damit auf die GOÄ 410 nicht verzichtet wird, kann es Sinn machen den Patienten  an zwei Tagen einzubestellen.
  • Luftüberlagerung
  • erhöhter Zeitaufwand augrund unklarer abdominellen Beschwerden, die es nötig machten den kompletten Darm zu schallen
  • GOÄ 401: Zuschlag zu den GOÄ Ziffern 410 bis 418 = zusätzliche Anwendung des Duplex-Verfahren – ggf. einschließlich Farbkodierung
  • GOÄ 402: Zuschlag zu sonographischen Leistungen bei transösophagealer Untersuchung (ist nicht neben GOÄ 403 abrechenbar)
  • GOÄ 403: Zuschlag zu sonographischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung (ist nicht neben GOÄ 402 abrechenbar)
  • GOÄ 404:Zuschlag zu Doppler-sonographischen Leistungen bei zusätzlicher Frequenzspektrumanylyse – einschließlich graphischer oder Bilddokumentation

Zuschläge sind nur mit dem Einfachsatz zu berechnen und dürfen nicht gesteigert werden.

Sobald eine Körperregion geschallt wird,  so muss dringend bei der Abrechnung darauf geachtet werden, ob diese Körperregion unterteilt werden kann. Als Organ gilt die untersuchte Körperregion. Als Organe gelten als Leistungen nach der GOÄ Ziffer 410 und 420 auch die Ultraschalluntersuchung der Gelenke, Muskelgruppen, der Darm, Körperregionen Bein, Arm, Brust- und Bauchraum Lymphknoten und/oder Gefäße einer Körperregion, Skrotalbereich und die intrakranielle Körperregion.

Beispiel: Der Hals lässt sich in Aorta vertebralis und Aorta carotis jeweils links und rechts unterteilen. Würde man hier nur die GOÄ Ziffer 410 ansetzen, so hätte man 3 x die GOÄ 420 verschenkt.

Unklar ist häufig, wie die Abrechnung der Kiefernhöhlen erfolgt. Die Nasennebenhöhlen sind an sich paarig angelegt. Paarige Organe dürfen als jeweils eigenständige Organe angesehen werden.
Daher darf und soll die Kieferhöhle rechts und links jeweils mit der GOÄ 410 und 420 angesetzt werden.

Bei der Stirnhöhle ist die Abrechnung schon schwieriger. Wenn es sich um eine paarig angelegte Stirnhöhle handelt, so kann diese jeweils mit der GOÄ 410 und 420 angesetzt werden. Sollten zuvor beide Kiefernhöhlen geschallt worden sein, so ist die GOÄ 420 jeweils einmal für die Stirnhöhle links und rechts anzusetzen. Zwei vollständig getrennte Stirnhöhlen sollten im Zweifel anhand eines Ultraschallbildes festgehalten werden.  Sollte es eine Stirnhöhle ohne eine knöcherne Trennung sein, so kann nur einmal die GOÄ 410 bzw. GOÄ 420 angesetzt werden.

Sollte eine Nasennebenhöhlen-Sonographie im A-Scan-Verfahren durchgeführt werden, so setzen Sie bitte die A 409 (analog zur GOÄ Ziffer 410) an. Weitere Ultraschalluntersuchungen z.B. der Stirnhöhle(n) im A-Bild-Verfahren sollten über die A 420 (analog zur GOÄ 420) abgerechnet werden.

Es gibt Untersuchungen die außerhalb der GKV- und PKV-Erstattungspflicht liegen. Das ist dann der Fall, wenn eine zusätzliche IUP- Lagekontrolle erfolgt oder es des Wunsch des Patienten ist. Angesetzt werden kann bei der IUP-Lagekontrolle: GOÄ 3 (eingehende Beratung über 10 Minuten), GOÄ 410 (Ultraschall eines Organs) und GOÄ 403 Zuschlag  bei transkavitärer Untersuchung

Wenn ein Kassenpatient ohne Grund einen Ultraschall nach GOÄ 410 wünscht, so kann diese als IGel erbracht werden. Zuvor sollte allerdings ein ärztliches Gespräch und eine schriftlich korrekte Vereinbarung getroffen werden.

Sie können analog zur GOÄ Ziffer 410 die A 7015 ansetzen. Für die Untersuchung des anderen Auges in der gleichen Sitzung kann analog zur GOÄ Ziffer 420 ebenfalls die A 7015 angesetzt werden.


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