GOÄ-Nr. LeistungAusschlüsseFaktor/Betrag in €
29Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten bei einem Erwachsenen1,3,5-8,4351,0 = 25,65 €
2,3 = 58,99 €
3,5 = 89,76 €

GOÄ 29 – Häufige Fragen und Abrechnungstipps
zur Vermeidung von Honorarverlusten

Die GOÄ 29 bedeutet eine Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten bei einem Erwachsenen – einschließlich Untersuchung zur Erhebung des vollständigen Status (Ganzkörperstatus), Erörterung des individuellen Risikoprofils und verhaltensmedizinisch orientierter Beratung.

Laut GOÄ gibt es keine Altersvorgabe.

Theoretisch könnte man die Gesundheitsuntersuchung bei einem 18 – jährigen Patienten durchführen. Jedoch sollte die Leistung der GOÄ 29 wie auch bei den gesetzlichen Kassen erst ab dem 35. Lebensjahr durchgeführt werden.

• Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten
• Ganzkörperstatus
• Erörterung des individuellen Risikoprofils
• verhaltensmedizinisch orientierte Beratung

Die Leistung der GOÄ 29 hat kein vorgeschriebenes Zeitintervall. Empfehlung: Führen Sie die Gesundheitsuntersuchung nach GOÄ 29 (auch Check-Up genannt) jährlich bei über 35-jährigen Privatpatienten durch. Ausnahme: Die Beihilfe könnte darauf bestehen, dass die Gesundheitsuntersuchung bei Privatpatienten jedes 2. Jahr durchgeführt wird. Hier stützt sie sich auf die Regelung der GKV-Patienten.

Wenn bei Patienten in dem Alter die GOÄ 29 abgerechnet wird, so kann dies gegebenenfalls zu Erstattungsproblemen kommen. Vor allem dann wenn bei den Diagnosen ausschließlich „Auschluss von“ dasteht. Mit einer guten Begründung sollte es aber keine Erstattungsprobleme geben. Notfalls kann man den Privatpatienten der unter 35 ist auch unterschreiben lassen, dass er bei Nichterstattung die Kosten selber tragen wird.

Leider nein, da Sie als Hautärzte in der Regel „nur“ vom Ganzkörperstatus die Haut und sichtbaren Schleimhäute untersuchen.

Ja, das dürfen Sie. Wichtig hierbei ist, dass eine möglichst individuelle personenbezogene Begründung vorliegt. Sollte es z.B. erschwerte Untersuchungsverhältnisse geben, ist eine Erhöhung des Schwellenwertes gerechtfertigt. Bei ärztlichen Untersuchungen ist eine Erhöhung vom 2,3 fachen bis zu einem 3,5 fachen Satz möglich.

Die gesetzlichen Kassen bezahlen eine Gesundheitsuntersuchung jedes zweite Jahr. Eine jährliche Gesundheitsuntersuchung muss zwischen Arzt und Patient besprochen werden und in Form einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden. Diese Leistung ist dann eine individuelle Gesundheitsleistung und darf mit der GOÄ 29 abgerechnet werden.

In fast jedem Softwareprogramm oder in der Kartei kann z.B. in rot ein Vermerk gemacht werden, wann die nächste Gesundheitsuntersuchung bei dem Patienten fällig wird.

Alle Leistungen die nicht in der GOÄ Ziffer 29 enthalten sind. Diese können falls nötig noch zusätzlich erbracht werden. Man bedenke, dass einige Patienten auch vor der Untersuchung schon Beschwerden haben, die abgeklärt werden müssen. Auch bei der Gesundheitsuntersuchung selbst können Befunde entstehen, die neue Untersuchungen und Beratungen erforderlich machen.

Theoretisch sind die GOÄ Ziffer 29 und GOÄ 800 nebeneinander abrechenbar. Die GOÄ Ziffer 8 (Ganzkörperstatus) ist in der GOÄ Ziffer 29 enthalten und in der GOÄ 8 ist eine neurologische Untersuchung ein Teil des Ganzkörperstatus. Die GOÄ 8 darf deswegen nicht neben der GOÄ 800 abgerechnet werden. Deshalb ist es schwierig die GOÄ Ziffer 29 neben der GOÄ 800 abzurechnen. Wenn möglich, sollte der Patient für die neurologische Untersuchung einen zweiten Termin bekommen. Ist dies nicht möglich, muss eine individuelle personenbezogene Begründung bei der GOÄ 800 eingetragen werden.

Sollte bei einer Gesundheitsuntersuchung eine schwere Erkrankung festgestellt werden, darf die GOÄ 29 und 34 nebeneinander abgerechnet werden. Sollte eine Kasse sagen, dass die Erörterung bereits in der GOÄ 29 enthalten wäre, so ist dies kein Argument. Die GOÄ 29 entält lediglich die Beratung über gewisse Risiken. Die Erörterung bezieht sich aber auf die festgestellte Erkrankung. Deswegen wird in der GOÄ auch kein Ausschluss in Bezug auf dieGOÄ 29 und 34 genannt.

Da die Leistungen der beiden Ziffern zum Großteil unterschiedlich sind, dürfen beide auch nebeneinander abgerechnet werden. Dasselbe gilt für die Früherkennungsuntersuchung bei der Frau (GOÄ 27) und der GOÄ 29.

Aber: Beide Leistungen enthalten eine Beratung. Um ganz korrekt abzurechnen, müsste man bei einer der beiden Ziffern den Faktor senken.

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